Achtsamkeit vs Autopilot

Leben Sie Ihr Leben, oder werden Sie vom Leben gelebt?

Eine der größten und sinnvollsten Fähigkeiten Deines menschlichen Daseins besteht darin bestimmte Dinge zu lernen und so zu automatisieren, dass sie völlig ohne Dein bewusstes Zutun geschehen. Auto fahren, den Computer bedienen, das Geschirr spülen, Emails schreiben, selbst einfaches Laufen oder Sprechen – all jene Dinge hast Du irgenwann ganz langsam Schritt für Schritt gelernt. Jetzt brauchst Du aber nicht mehr darüber nachzudenken. Diese Dinge klappen von ganz allein. Manchmal wird aber genau dieser Automatismus zur Gefahr für uns.

Die unbewusste Kompetenz – der Autopilot

In der Psychologie nennt man es die „unbewusste Kompetenz„. Wir lernen etwas bewusst und je mehr wir es tun, desto einfacher und automatisierter wird es. Irgendwann ist es ganz „normal“ laufen, sprechen oder mit Messer und Gabel essen zu können. Für viele Aspekte unseres täglichen Lebens ist es essenziell bedeutsam, diese Dinge einfach ohne größere bewusste Anstrengungen tun zu können. Es spart Zeit und Energie Dinge aus dieser unbewussten Kompentenz heraus zu tun. Im Grunde läuft in einem solchen Augenblick unser Verhalten auf Autopilot. Wir denken ja nicht mehr darüber nach.

Die Gefahr des Autopiloten und die Notwendigkeit der Achtsamkeit

Wie gesagt, für viele Aspekte des Lebens ist die Abkürzung durch die unbewusste Kompetenz und durch unseren Autopiloten sinnvoll. Wer würde jetzt schon gern jedes Mal im Auto wieder wie ein Anfänger das Fahren lernen wollen. Aber dieser Autopilot birgt auch gefahren, denn wir hinterfragen ihn nicht mehr.

Und gerade in den wichtigen Aspekten des Lebens kann der Autopilot genau das falsche Programm sein:

Hier sind ein paar Fragen, ob Du auch im Autopilotmodus agierst:

  • Sagst Du im Streit Dinge, die Du im Nachhinein bereust?
  • Isst Du schon seit Jahren immer das Gleiche, obwohl es Dir nicht gut tut, Du es aber immer so getan hast?
  • Schaltest Du, wenn Du nach Hause kommst automatisch den Fernseher an?
  • Gehst Du immer gleich ans Handy, wenn es klingelt?
  • Wiegelst Du die Fragen Deiner Kinder mit den Worten „Das macht man so/ Das ist einfach so, weil ich es so sage“ ab?
  • Steckst Du Energie in Dinge, die Dir gar keinen Spass machen, nur weil Du es so gewohnt bist?
  • Hast Du die Zigarette oder Schokolade schon im Mund, bevor Du es merkst?
  • Reagierst Du auf neue Ideen und Einflüsse skeptisch und siehst diese als Bedrohung?
  • Wirst Du unter Druck und Stress immer schneller und schneller und schneller?

Die Liste könnte endlos so weitergehen. In meiner jahrelangen Coachingerfahrung ist das Agieren aus dem Autopiloten heraus, das Handeln aus der Alltagsgewohnheit, einer der wichtigsten Gründe, warum Menschen nicht das Leben leben, dass sie leben wollen. Gut, es ist bequem immer dasselbe zu tun, zu denken und zu erleben. Das ist aber auch schon alles.

Willst du wirkliche Lebensqualität?

Der einzige Weg zu wirklicher Lebensqualität ist der Weg zur Achtsamkeit:

Erlebe Deine Umwelt bewusst. Erlebe Dich selbst bewusst. Sei aufmerksam, was wirklich passiert. (Viel zu oft hat der Kopf eine Geschichte parat, die in der Wirklichkeit nie passiert). Bemerke Deinen Autopiloten, wann immer Du kannst und löse ihn durch Dein bewusstes Erleben ab.

Wer achtsam ist, bekommt mit, was innen drin und außen herum wirklich passiert. Nur wer achtsam ist, kann wirklich genießen. Wie genau genießt Du das, was Dir gut gefällt? Nimmst Du Dir Zeit zum Genießen?

In jedem Moment Deines Lebens triffst Du eine wichtige Entscheidung:

Entweder überlässt Du Dein Leben dem Autopiloten oder Du lebst bewusst und in Klarheit. Achtsamkeit ist trainierbar. Wenn Du jahrelang das Leben einfach nur geschehen lassen hast, dauert es vielleicht etwas länger. Je mehr bewusste Momente Du aber erlebst, desto leichter wird es achtsam zu sein. Achtsamkeit ist wie ein Muskel aufbaubar. Du kannst es trainieren. Wichtig ist, dass Du es so oft wie möglich tust. Und während ein Muskel im Training ermüdet, so wird Achtsamkeit einfach immer nur größer und gibt Dir mehr und mehr Energie. Jeder Moment zählt.

Die Wahl liegt bei Dir. Und das ist die wirklich gute Nachricht.

Du entscheidest.

Jetzt.

PS: Wenn Dir dieser Artikel gefällt, lies unbedingt hier noch weiter „Rituale der Achtsamkeit

Das Gefängnis in uns

Neulich erzählte mir ein Klientin, sie würde morgens eher darauf warten, dass ihr Mann ebenfalls erwacht, um dann mit ihm gemeinsam Kaffee zu trinken, als die Zeit für sich zu nutzen und ihrem eigentlichen Wunsch nachzugehen, alleine einen Spaziergang im nahe gelegenen Wald zu unternehmen. Auf meine Frage, was sie denn davon abhalten würde, ihrem tatsächlichen Wunsch nach zu gehen, antwortete sie, sie könne doch ihren Mann nicht alleine lassen. Ich erkundigte mich, ob er sich denn schon mal darüber beschwert habe, von seiner Frau zu viel alleine gelassen zu werden. Sie verneinte und ergänzte, dass er sich im Gegenzug überhaupt keinen Kopf darüber machen würde, seine Frau auch mal für längere Zeit alleine zu lassen.

Durch den Gedanken, „Ich kann meinen Mann nicht alleine lassen“, hatte sich diese Frau ihr eigenes, unsichtbares Gefängnis gebaut, denn der Morgenspaziergang war nicht das einzige, was sie deshalb fahren ließ, auch abendliche Impulse mal ins Kino oder Theater zu gehen, verfolgte sie ebenfalls nicht. Anstelle ihren eigenen Wünschen und Impulsen nachzugehen, hatte sie sich zurück genommen, um es ihrem Mann vermeintlich Recht zu machen.

Auf den ersten Blick meint man vielleicht, solche Arten von einschränkenden Gedanken wie „Ich kann meinen Mann nicht alleine lassen.“ führen nur zu Stress und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Ja das stimmt sicher, aber paradoxerweise verbirgt sich hinter so einem Gedanken häufig auch ein positiver Zugewinn.

Ich frage deshalb im Coaching gerne die Frage, „Was bringt es ihnen, an diesem Gedanken festzuhalten?“. Häufige Antwort, „Rein gar nichts, der Gedanke ist lästig und bringt mir nur Leid“. Wirklich? Ich hake dann nach: Wenn es etwas Positives gäbe, was dieser Gedanke in ihr Leben bringt, was könnte das sein? In dem Fall mit der Klientin wurde der Mehrgewinn dann plötzlich deutlich. Der Gedanke, „Ich kann meinen Mann nicht alleine lassen.“, war manches Mal auch ein Vorwand gewesen, etwas nicht zu tun. Eine willkommene Ausrede, die kuschelige Komfortzone nicht zu verlassen.

Es lohnt sich, Annahmen und Glaubenssätze auf ihre Wahrheit zu prüfen und sich gleichzeitig zu fragen , „Was würde ich verlieren, wenn ich diesen Gedanken oder jenes Verhalten, dass ich eigentlich ablehne oder als lästig empfinde, nicht mehr haben würde?“.

Der Klientin wurde klar, dass der Gedanke erstens nicht wahr ist, sie kann ihren Mann durchaus alleine lassen, er überlebt es und verhungern tut er auch nicht, er beschwert sich noch nicht einmal darüber. Zweitens war der Gedanke manchmal ein Vorwand gewesen und die Frau erkannte, dass sie diejenige ist, die die Verantwortung für ihr Leben hat.

Übernehmen Sie schon die volle Verantwortung für Ihr Leben oder sind Sie noch dabei, Ausreden, zu erfinden, warum Sie jetzt noch nicht glücklich sein können?

provokative Grüße, Ihre Tanja Madsen vom Coaching Berlin Blog

Frühjahrsputz

Großreinemachen und Entrümpeln kann sehr befreiend sein –  Nutzen Sie die Frühjahrsenergie!

Hausarbeiten wie putzen, aufräumen und ausmisten sind  nicht immer geliebte Tätigkeiten, die  auch gerne mal an andere delegiert werden. Aber kennen Sie nicht auch das befriedigende Gefühl, wenn Sie sich durch den Berg von dreckigem Geschirr gearbeitet haben oder die herum liegenden Stapel und Papierhäufchen rund um den Schreibtisch abgearbeitet und abgeheftet sind? Im Anschluss stellt sich oft eine wohltuende Entspannung ein.

Wenn ich äußerlich aufgewühlt oder zerknirscht bin, fange ich manchmal an, einfach meinen Schrank aufzuräumen. Ich falte meine Shirts und lege sich fein säuberlich zu Stapeln übereinander. Das hat schon fast etwas meditatives und zentrierendes für mich. Der Geist wird ruhig und am Ende stellt sich ein befriedigendes Gefühl ein. Ich habe mit den eigenen Händen etwas sortiert, geordnet oder gereinigt und im Anschluss sieht man das Ergebnis. Aber nicht nur im Außen hat sich etwas sichtbar verändert, auch meine Stimmung ist anders.

Wie Innen, so Außen

Das Aufräumen und Reinigen im Außen scheint eine Wirkung auf unser Inneres zu haben. So passt auch die These von Hermes Trismegistos: Wie Oben so Unten  – Wie Innen so Außen  – wie im Kleinen so im Großen. Habe ich Klarheit und Übersicht in meinem Kleiderschrank hergestellt, so entfaltet sich auch eine gedankliche Klarheit. In der Zen-Meditation wird dieses Prinzip ebenfalls verfolgt. Einfache häusliche Tätigkeiten wie putzen, fegen oder Tee zubereiten, werden als Achtsamkeitsmeditation ausgeübt. Es geht nicht um das schnelle Verrichten ungeliebter Routinetätigkeiten sondern um das bewusste und fokussierte Ausüben einer Sache.

Sie müssen für diese Erfahrung nicht ins Kloster gehen, Sie können auch einfach bei sich zuhause Hand anlegen: Fensterputzen, Geschirr abwaschen oder Fegen sind gut geeignet als Meditationsübungsfeld.

Und was ist mit dem Gerümpel des Alltags?

Manche Menschen behaupten, dass Gegenstände Energie binden, vor allem ungeliebte Altlasten. Hier einige Vorschläge, wie und wo Sie Ihr Leben entrümpeln können:

  • Sortieren Sie einmal in Jahr ihren Kleiderschrank aus und geben Sie die Kleidung und Schuhe weg, die Sie das ganze Jahr über nicht getragen haben. Oder glauben Sie noch daran, dass diese Kleidungsstücke in der nächsten Saison endlich Ihre Lieblingsstücke werden und auf der Hitliste der meistgetragenen Kleidungsstücke ganz oben landen? Unwahrscheinlich. Machen Sie Platz für Neues.
  • Trennen Sie sich von ungeliebten Mitbringseln und lieb gemeinten Geschenken anderer, die schon lange im Regal verstauben. Sie müssen sich ja schließlich die ganz Zeit den Kitsch und die geschmacklichen Entgleisungen der Tourismusindustrie anschauen, nicht die Schenker.
  • Bewahren Sie noch irgendwo alte Röntgenaufnahmen von einem gebrochenen Fuß oder ähnliches auf? Weg damit, oder wollen Sie beim nächsten Spieleabend mit  ihrem Dreifachbruch nebst Schrauben im Knochen bei ihren Gästen Eindruck schinden?
  • Entledigen Sie sich alter Liebesbriefe von längst Verflossenen, damit Ihr aktueller oder ein zukünftiger Partner „Raum“ in Ihrem (Innen)leben hat.
  • Unterlagen aus der Schul- oder Studienzeit, in die Sie seit Jahren nicht mehr reingeschaut haben – ab in den Altpapiercontainer oder glauben Sie ernsthaft, Sie schauen irgendwann noch mal nach, was Sie sich vor 10 Jahren zum Thema Thermodynamik aufgeschrieben haben?
  • Wie sieht es bei Ihnen aus mit altem Plunder im Keller, auf dem Speicher oder unter dem Bett? Was für Kuriositäten sammeln sich da? Auch wenn diese Ecken verdeckt sind und Sie das nicht jeden Tag sehen, wie schläft es sich wohl auf einem Bett unter dem Gerümpel verstaut ist?

Auch wenn Sie an Dingen hängen und es Ihnen schwer fällt, probieren Sie es aus. Sie werden feststellen, wie befreiend es sein kann, sich von altem Ballast zu befreien.

Als ich für längere Zeit ins Ausland gegangen bin, habe ich fast alle meine Besitztümer verschenkt oder verkauft. Manches war schmerzlich aber alles in allem habe ich mich sehr befreit und leicht gefühlt. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes mit „leichtem Gepäck“ durch Lateinamerika gereist. Manchmal tut so eine Radikalkur Wunder.

Viel Spaß beim Frühjahrsputz wünscht Ihnen Ihre Tanja Madsen

vom Coachingberlinblog-Team!

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Hören Sie dazu auch mein Interview auf Radio Eins.

Finde die Arbeit, für die du geboren bist

„Jeder ist zu einer ganz bestimmten Arbeit berufen, und die Sehnsucht nach dieser Arbeit wurde uns ins Herz gelegt.“ Rumi

Ein geschätzter Trainerkollege von mir, Robert Dilts, hat in einem Seminar einmal die Geschichte von fünf Steinmetzen erzählt, die alle am selber Ort arbeiten. Auf den ersten Blick sieht man diese Handwerker, die alle das gleiche tun, nämlich Steine behauen.

Wenn man den ersten Steinmetz befragt, was er da tue, antwortet dieser: „Wonach sieht das wohl hier aus? Das siehst Du doch, ich klopfe Steine. Ich klopfe hier Steine, weil ich dafür bezahlt werde und schaue auf die Uhr, wann denn meine Zeit um ist, damit ich mich den wichtigen Dingen widmen kann.“ Fragt man den zweiten, bekommt man die Antwort: „Ich versuche hier möglichst gute und saubere Teile herzustellen. Ich haue gerade an einem Spitzbogenfenster.“ Der dritte Steinmetz wird noch konkreter und sagt: „Ich liefere hier eine ordentliche, saubere  Steinmetzarbeit ab.“ Der vierte sagt: „Ich bin Steinmetz, ich bin Teil dieser Gilde und ich baue an eine Kathedrale.“ Und der fünfte antwortet: „Ich bringe Menschen näher zu Gott.“

Was unterscheidet diese fünf Steinmetze, die doch von außen betrachtet alles das gleiche zu tun scheinen? Es ist ihre innere Haltung zu ihrer Arbeit. Der erste macht den Job fürs Geld, er könnte auch eine andere Arbeit erledigen, es ist egal für ihn. Die Arbeit  ist nur Mittel zum Zweck, eine Erfüllung scheint er, wenn, außerhalb der Arbeit zu finden. Der zweite Steinmetz nutzt zumindest seine Fähigkeiten, um gute Teile herzustellen. Der dritte Steinmetz hat bestimmte Werte, die er in seine Arbeit einfließen lässt, vielleicht eine Art Steinmetzkodex. Der vierte Steinmetz identifiziert sich mit seiner Arbeit und Profession und sieht auch das Gesamtbild, die Kathedrale, an der alle gemeinsam mitwirken. Der fünfte Steinmetz verfolgt darüber hinaus eine eigene Mission, nämlich die Menschen näher zu Gott zu bringen.

Welcher der fünf Steinmetze wärst du gerne? Reicht es für dich, einer Arbeit nachzugehen, die das Einkommen sichert aber ansonsten sinnentleert ist oder möchtest du dich mit deiner Arbeit identifizieren, ja sogar deine eigene Mission ins Leben bringen? Wenn wir eine Arbeit wollen, die unser Herz so richtig zum schwingen bringt, werden oft innere und äußere Stimmen laut, die nicht so unterstützend sind á la: „Da bist du doch schon zu alt für. Hör auf zu träumen. Sei dankbar, für den Job, den du hast.“

Der Heldenmythos

Da geht es uns nicht anders, als dem Held oder der Heldin im alten Heldenmythos. Der Held ist in seiner gewohnten Umgebung, alles schick, alles vertraut aber irgendwie hat diese Idylle einen kleinen Knacks. Der Held spürt eine innere Unzufriedenheit, etwas zieht ihn aber er kann es noch nicht genau fassen. Dann empfängt der Held seinen Ruf, vielleicht sieht er irgendwo Ungerechtigkeit und fühlt sich aufgefordert, diesen Missstand zu beenden. Oder er hat eine zündende Idee, wie man einen Prozess beschleunigen oder erleichtern kann.  Der Ruf bringt nun leider mit sich, dass der Held seine vertraute Umgebung verlassen muss. Das birgt eventuell eine Gefahr in sich, weil es eine Reise ins Unbekannte ist. Hat der Ruf den Held erst einmal erreicht, kann er den aber auch nicht mehr ablehnen und sich verweigern. Das wäre so, als würde ich die Hände vor die Augen zu halten, um den Baum vor mir nicht zu sehen. Er verschwindet nicht, nur weil ich mir die Augen zu halte. Die gute Neuigkeit, der Held bekommt Beschützer und Mentoren zur Seite gestellt. Wenn du dich auf deinen Weg gemacht hast, halte Ausschau nach Menschen, die an dich glauben und dich fördern. Umgib dich mit inspirierenden erfolgreichen Menschen und nicht mit den Zauderern, die immer nur sagen, was alles nicht geht. Macht sich der Held dann auf den Weg und überschreitet die Schwelle zum Abenteuer, so zieht er erste Schwellenwächter auf den Plan. Das können z.B. diese Freunde und Bekannte mit ihren gut gemeinten Ratschlägen sein wie: „Deine Idee ist doch noch nicht marktreif, sei dankbar für die Arbeit die du hast oder damit wirst du doch nie Geld verdienen.“ Lässt sich ein wahrer Held von solchen Unkenrufen abschrecken? Nein, im Gegenteil, er überlistet die Schwellenwächter, nimmt ihnen den Wind aus den Segeln.

Der Abstieg in die tiefe Höhle

Die richtige Feuerprobe wartet jedoch noch auf den Helden, der Abstieg in die tiefe Höhle, wo er sich seinem ärgsten Widersacher stellen muss. Um die entscheidende Prüfung zu bestehen, muss der Held seine größte Angst bezwingen und eine leibhaftige oder metaphorische Todessituation durchleben. Es passiert, was der Held am meisten fürchtet, z.B. das Scheitern der Unternehmung, das Ende einer Beziehung oder das Absterben eines alten Persönlichkeitsanteils. Hat der Held die Prüfung gemeistert, so ist er nicht mehr der Alte, der er ehemals war. Die Konfrontation mit dem ärgsten Schatten hat den Held transformiert, er ist zu mehr Einsicht und Reife gelangt. Im Märchen symbolisiert durch ein Elixier, das goldene Flies oder die geliebte Prinzessin. Das bedeutet für uns moderne Helden, auch wir bekommen etwas aus dieser Heldenreise, z.B. wichtige Erkenntnisse oder ein Erfolg mit unserem Projekt.

Aber hier endet die Geschichte noch nicht, es kommt noch mal zu einem Showdown, der längst besiegt geglaubte Widersacher steht noch mal auf oder seine Komplizen treten auf den Plan. Dies ist der letzte Test, es gilt hier mit Nachdruck noch mal für sich einzustehen. Erst jetzt kann sich der Held auf den Rückweg nach Hause begeben. Wenn er in seiner gewohnten Umgebung ankommt, kann er jedoch nicht mehr das alte Leben weiterführen. Er ist ein anderer geworden, die innere Transformation hat ihn so verändert. Er ist jetzt aufgerufen, seine Erkenntnisse und sein Know-how an andere weiter zu geben.

Worauf wartest Du noch?

Was kann man aus diesem uralten Heldenmythos,  für sich und seine Berufung ableiten? Hat mein einmal den Ruf vernommen, kann man sich ihm nicht entziehen, ohne sein bisheriges Leben als stumpf und sinnentleert zu empfinden. In meinen Coachings und Workshops begegnen mir häufig Menschen, die genau an diesem Punkt stehen. Sie wissen ganz genau, dass der Status quo lähmend ist und sie unglücklich macht und sie haben den Schimmer einer Ahnung, dass es da etwas anderes, etwas Größeres für sie geben könnte. Der nächste Schritt ist dann, diesen Ruf anzunehmen, anzuerkennen, dass da etwas Neues auf einen wartet. Vielen macht es erst einmal Angst, gewohntes Terrain zu verlassen, und sei es noch so bleiern und hohl. Der Held hat nun zwei Möglichkeiten: entweder er widersetzt sich dem Ruf und bleibt frustriert oder er wagt etwas völlig Neues und Unbekanntes mit der Aussicht, sich lebendig zu fühlen und das Gefühl von Sinnhaftigkeit zu erfahren.

Die Heldenreise ist kein All-inclusive Wellnessurlaub. Es wird laut, hart, dreckig, gefährlich oder was auch immer man scheut. Man kommt mit den eigenen Schatten in Kontakt und das macht nicht immer Spaß. Aber die Entlohnung ist ungleich größer, das goldenen Flies, das magische Schwert wartet auf uns.

Ich möchte dich einladen und dir Mut machen, deinem innerem Ruf Gehör zu geben. Alle Menschen, die Innovation, Veränderung und Großes in der Welt geschaffen haben, mussten ihre eigene Heldenreise antreten. Einige sind dabei vielleicht gestrauchelt und mussten Niederlagen einstecken aber, und das macht einen wahren Helden aus, haben sich wieder aufgerappelt und sind weiter gegangen.

Die große  Tänzerin und Choreografin Martha Graham findet dafür die passenden Worte:

Es gibt eine Vitalität, eine Lebenskraft, eine Energie, eine Anregung, die durch dich in Handlungen umgesetzt wird. Und da es dich über alle Zeit hinweg nur einmal gibt, ist dieser Ausdruck einzigartig. Wenn du ihn blockierst wird er niemals existieren durch ein anderes Medium, und wird verloren sein. Die Welt wird ihn nicht haben.

Wenn du Interesse hast, deine Berufung  auszuloten und auf einem Teil deines Weges begleitet zu werden, dann ist vielleicht  dieser Berufungsworkshop genau das Richtige für dich.

Euer Coachingberlinblog-Team
Tanja Madsen
Tanja Madsen

Entscheidungen

Jedes Abenteuer ist nur eine Entscheidung
von Dir entfernt!
Aber auch jeder Erfolg!

Es sind Momente der Entscheidung, die unser Schicksal prägen.

Das lateinische Wort decidere, von dem das englische Wort Entscheidung abgeleitet ist, bedeutet: „abzuschneiden von“. Auch das deutsche Wort „Ent- Scheidung“ beschreibt einen Prozess der Trennung.

Wer eine wirkliche Entscheidung getroffen hat, für den scheiden alle anderen Möglichkeiten einfach aus. Wer entschieden hat, trennt sich von allem, was nicht zum eigenen Ziel oder eigenen Weg passt.


Nehmen wir folgendes Beispiel: Jemand will finanziell erfolgreich sein!

Im Coaching unterscheide ich zwischen drei Arten „zu entscheiden“: Interessant daran ist, bei allen denkt der Mensch bewusst, er/sie habe eine klare Entscheidung getroffen. Unterbewusst läuft aber einer der folgenden Prozesse:


1. „Ich nehm den Erfolg an, wenn er mir in den Schoß fällt.“

Menschen mit diesem Denkmuster glauben Sie hätten sich entschieden, geben aber oft sofort auf, wenn die ersten Widerstände entstehen. Dann sagen sie, „es war einfach nicht möglich“ oder „es ist zu schwer“ oder ähnliches.
Unglücklicherweise finden diese Menschen eventuell nie heraus, wie kraftvoll und stark sie wirklich sein können, wenn sie etwas durchziehen.

Wirkungsvoller dagegen ist folgende Einstellung…


2. „Ich wähle erfolgreich zu sein.“

Dieses Denken ist viel stärker, da es für sich erkennt, dass ich durch mein eigenes Denken und Handeln in jedem Moment eine Wahl treffe. Menschen mit diesem Muster agieren schon viel selbstbestimmter und bewusster.
Sie treffen auch im alltäglichen Leben oft die richtige Wahl und werden sich durch ihr Verhalten und Denken auf Ihre Ziele hinbewegen.

Und trotzdem reicht dies oft noch nicht für herausragende Ergebnisse, für die wir nämlich unsere Gewohnheitsrealität verlassen, unser Komfortzone aufgeben und unser Verhalten und Denken oft grundlegend ändern müssen:


3. „Ich habe mich entschieden und ich bin entschlossen, alles dafür zu tun, egal was kommt!“

Menschen mit dieser mentalen Einstellung sind in der Lage zu sagen: „Ich stehe alle Schwierigkeiten durch egal was kommt, ich lerne bereitwillig neues dazu, ich springe über meinen eigenen Schatten (immer wieder) und ich tue jetzt die Dinge, die mich an mein Ziel führen. Den Preis dafür andere Dinge, wie kurzfristig auch Freizeit oder alte Angewohnheiten aufgeben zu müssen, nehme ich in Kauf, weil ich weiß, wie wundervoll und großartig mein Leben sein wird, wenn ich an meinen Aufgaben gewachsen bin und  mein Ziel erreicht habe.“

Diesen Menschen ist kein Weg zu lang, sie hören nicht auf ihren Weg zu gehen, wenn das Fernsehprogramm interessant ist. Sie sind für andere da, um ihnen bei der Verwirklichung Ihrer Ziele zu helfen, denn sie wissen wieviel Disziplin und Wachstum dies erfordert. Sie meiden Nörgler und Beschwerer, weil sie das Gewicht der negativen Worte nicht auf Ihre Schultern nehmen wollen. Diese Menschen haben nur ein Ziel: Sie geben jeden Tag ihr bestes!

Und was glauben sie, was passiert, wenn sie ihr Ziel nicht ganz erreichen? Genau, sie werden viel weiter gegangen sein und viel mehr erreicht haben, als alle anderen…
Weil sie die Entscheidung als Entscheidung getroffen haben!

Und wenn Sie jetzt eine Stimme in ihrem Inneren hören, die sagt: „Ach naja, dieses Motivationsgequatsche…“ oder „eine Entscheidung treffe ich erst später“ oder „Genau, das ist, wie es sich anfühlt, wenn ich eine wirkliche Entscheidung getroffen habe“, dann wissen Sie, wo Sie gerade stehen.

Die gute Nachricht ist, dass Sie als Mensch unschätzbar wertvoll und kostbar sind, egal was sie mit ihrem Leben tun. Sie müssen also nichts gar nichts tun. Wenn Sie jedoch Anregungen brauchen, um sich wirklich hineinzustürzen in das Realisieren Ihres persönliches Lebenstraums, oder vielleicht nur um unangenehme Dinge erledigt zu bekommen, dann fangen Sie mit dem größten Geschenk an sich selbst an:

Treffen Sie die Entscheidung!

Wenn Sie schoneinmal eine Entscheidung getroffen haben, die Ihr Leben verändert hat, dann schreiben Sie uns dem Coaching Berlin Blog doch Ihre Geschichte…

Viel Spaß Ihnen jetzt, mit der Entscheidung, was Sie nach diesem Artikel als nächstes tun werden…

Andreas Förster
www.holistic-counselling.de