Alltagsfrust – Alltagslust

Als ich morgens auf die völlig überfüllte S-Bahnstation komme sehe ich schon den Hinweis, dass es zu Verzögerungen kommt wegen Wahnstreiks. Ich denke: „Mann, diese scheiß S-Bahn sollte mal endlich ihre Sachen geregelt kriegen.“
Innerlich spüre ich eine Frustwelle anschwellen.

Erst diese Probleme wegen dem Winter und dann noch Warnstreiks? Was erlauben die sich eigentlich? Die S-Bahn kommt dann doch noch und ich schiebe mich mit vielen anderen in den völlig überfüllten Wagon. Während ich eingepfercht da stehe fällt mir plötzlich ein: „Ich sollte endlich mal meine Sachen geregelt kriegen“ und muss schmunzeln.

Dieser Gedanke nimmt mir den Wind aus den Segeln, meine Sachen sind nämlich bei weitem nicht alle so toll geregelt. Mir fallen dazu direkt die Papierberge ein, die sich auf meinem Schreibtisch stapeln, die ganzen losen Papiere die darauf warten endlich mal in Aktenordner abgeheftet zu werden.

Während mir das klar wird, entspanne ich mich und denke, was ist denn schon groß passiert? Die S-Bahn kam, es ist schön warm im Abteil, die Sonne scheint mir ins Gesicht, um mich herum nur freundliche Gesichter, alles ganz ruhig, niemand hört lärmende Musik und sollte ich wegen einer abrupten Bremsung das Gleichgewicht verlieren, werde ich sicherlich von den anderen Fahrgasten aufgefangen. Nach ein paar Stationen kriege ich sogar einen Sitzplatz. Ich setze mich und genieße die Fahrt. Ich komme sogar pünktlich zu meinem Termin und habe die Erkenntnis, die S-Bahn und ich haben einiges gemeinsam.

Ihre Tanja Madsen vom Coachingberlinblog.

PS: Lesen Sie passend zu dem Thema den Artikel The Work in Action!

5 Antworten auf „Alltagsfrust – Alltagslust“

  1. Lieber Attila,
    Danke und ja, so ist es passiert. Mit Hilfe der Methode The Work von Byron Katie, die ich in meinen Gedanken während der Bahnfahrt angewendet habe, habe ich öfter nette Erkenntnisse. Wenn ich beim Einkaufen an einer Schlage stehe und ich denke: „Mann ist die Kassiererin langsam.“ schaue ich mir an, wo ich langsam bin und freue mich über den geschenkten Moment an der Supermarktkasse, mal innezuhalten und meine eigenen Gedanken zu beobachten. The Work kannst du überall anwenden, es ist wie eine Meditation durch den Tag.
    Liebe Grüße
    Tanja

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