Alltagsfrust – Alltagslust

Als ich morgens auf die völlig überfüllte S-Bahnstation komme sehe ich schon den Hinweis, dass es zu Verzögerungen kommt wegen Wahnstreiks. Ich denke: „Mann, diese scheiß S-Bahn sollte mal endlich ihre Sachen geregelt kriegen.“
Innerlich spüre ich eine Frustwelle anschwellen.

Erst diese Probleme wegen dem Winter und dann noch Warnstreiks? Was erlauben die sich eigentlich? Die S-Bahn kommt dann doch noch und ich schiebe mich mit vielen anderen in den völlig überfüllten Wagon. Während ich eingepfercht da stehe fällt mir plötzlich ein: „Ich sollte endlich mal meine Sachen geregelt kriegen“ und muss schmunzeln.

Dieser Gedanke nimmt mir den Wind aus den Segeln, meine Sachen sind nämlich bei weitem nicht alle so toll geregelt. Mir fallen dazu direkt die Papierberge ein, die sich auf meinem Schreibtisch stapeln, die ganzen losen Papiere die darauf warten endlich mal in Aktenordner abgeheftet zu werden.

Während mir das klar wird, entspanne ich mich und denke, was ist denn schon groß passiert? Die S-Bahn kam, es ist schön warm im Abteil, die Sonne scheint mir ins Gesicht, um mich herum nur freundliche Gesichter, alles ganz ruhig, niemand hört lärmende Musik und sollte ich wegen einer abrupten Bremsung das Gleichgewicht verlieren, werde ich sicherlich von den anderen Fahrgasten aufgefangen. Nach ein paar Stationen kriege ich sogar einen Sitzplatz. Ich setze mich und genieße die Fahrt. Ich komme sogar pünktlich zu meinem Termin und habe die Erkenntnis, die S-Bahn und ich haben einiges gemeinsam.

Ihre Tanja Madsen vom Coachingberlinblog.

PS: Lesen Sie passend zu dem Thema den Artikel The Work in Action!

Sich zu beschweren beschwert einen

Haben Sie Ihrem Ärger auch schon mal so richtig Luft gemacht? Sprechen Sie sich bei Ihren Freunden gerne den Frust von der Seele über den unfähigen Chef, den Job, die Steuersünder? Und, hat es genützt? Hat es zu irgendeiner positiven Veränderung bei Ihnen geführt? Meine Erfahrung ist, die Welt ist danach kein besserer Ort und ich fühle mich auch nicht wirklich erleichtert.
Manchmal erzählen mir Klienten im Coaching ausführlich über ihre Baustellen, weil sie denken, ich müsste das Problem genau verstehen. Dann legen Sie en detail die ärgerlichen Punkte dar und bringen sich damit in einen schlechten Zustand. Ich stoppe sie dann gerne schnell, da dieses Schwelgen in so einem vergifteten emotionalen Zustand eben nicht frei macht sondern eher noch die Stimmung verschärft. Um sich so richtig schön beschweren zu können, muss ich die Bilder von der unangenehmen Situation wieder hochkommen lassen und sie mit Gefühlen ausfüllen. Dadurch erlebe ich die Situation dann noch mal und physiologisch wird eine Erregung im Organismus erzeugt: die Folge sind Muskelverspannung, erhöhter Pulsschlag und eine Ausschüttung von Stresshormonen. Warum sollte ich mir das freiwillig antun? Es ist keine sinnvolle emotionaler Psychohygiene, sich den ganzen Ärger noch einmal zu vergegenwärtigen und sich womöglich in Rage zu reden.

Beschweren als Psychohygiene?

Als ich als Psychologin in einer psychosomatischen Fachklinik gearbeitet habe, gab es Fahrgemeinschaften unter den Therapeuten. So fuhr ich täglich mit ein bis drei Kollegen nach der beanspruchenden Arbeit gemeinsam eine Stunde zurück nach Hause. Was in dieser Zeit manchmal passierte war, dass wir uns über die Arbeit, die Kollegen oder die Klinikleitung beschwerten. Die Stimmung wurde dadurch immer aufgeheizter und es war mir nicht möglich, in dem Moment zu entspannen und mit meinem Arbeitstag abzuschließen. Im Gegenteil, die ganze Dynamik schaukelte sich nur noch auf und am Ende der Autofahrt fühlte ich mich darin bestätigt, dass ich den schrecklichsten Job der Welt hatte und dass die Klinikleitung tatsächlich völlig unfähig war. Dieses Spiel wiederholte sich häufig und wer die dramatischsten Geschichten zu bieten hatte, konnte sich der vollen Aufmerksamkeit der Kollegen sicher sein. Gemeinsam in das selbe Horn zu blasen hat auch etwas sehr verbindendes.

Fazit: Tun Sie sich selbst einen Gefallen und lassen Sie das Beschweren über andere oder sich selbst, es führt nur dazu, dass Sie es sich selber schwer machen. Steigen Sie einfach nicht ein auf diesen Gedankenzug, der Sie an einen unwohligen Ort führt, an dem Sie sich getrennt fühlt von allen anderen.
Stellen Sie sich vor, Sie sind mit einem guten Freund in einem Restaurant verabredet. Während Sie den Abend miteinander verbringen, beschwert sich Ihr Freund in einem fort über den Service, das Essen, die Innenausstattung, seine Arbeitssituation, seine Partnerin. Dann kommt zufällig ein anderer Freund von Ihnen dazu und leistet Ihnen Gesellschaft. Sie hören keine Beschwerde aus seinem Mund. Vielleicht benennt er sogar ein paar positive Punkte, das leckere Essen, das Wiedersehen, der schöne Austausch miteinander. Mit wem von den beiden verbringen Sie lieber Ihre Zeit? Sind positiv eingestellte Menschen nicht wahnsinnig attraktiv? Seien Sie auch einer und gehen Sie mit gutem Beispiel voran, legen Sie Ihren Fokus auf die schönen Seiten des Lebens.

Das Beschwerdebändchen

Sich beschweren kann wie eine Gewohnheit sein, um damit zu brechen, hilft ein netter Trick, ein Beschwerdeband. Besorgen Sie sich ein Bändchen oder einen Armreif für Ihr Handgelenk. Immer, wenn Sie sich über sich selber oder andere beschweren, wechseln Sie das Bändchen von dem einen Handgelenk zum anderen. Das Ziel ist es, das Bändchen einen Tag lang an einem Handgelenk zu behalten. Wenn Sie das erfolgreich gemeistert haben, dehnen Sie das Zeitintervall aus, versuchen Sie, das Bändchen eine Woche an einem Handgelenk zu behalten. Viel Spaß damit und beschweren Sie sich nicht, wenn Sie in den ersten Tagen das Bändchen häufig wechseln müssen, es darf Spaß machen.

Nehmen Sie es leicht, Ihre Tanja Madsen

Checkliste für erfolgreiches Selbstcoaching

Immer wieder fragen mich Menschen, „Andreas, wie kann es sein, dass ich meine Ziele einfach nicht erreiche? Eigentlich habe ich doch alles, was ich dafür brauche.“

Und ich kann sehen, wie sie dabei innerlich an einen Ort gehen, wo nicht selten Frust, Hilflosigkeit, Wut oder Enttäuschung liegen.

Nun, es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage.  (Oder ich weiß sie nicht). Da die Gründe in meiner Erfahrung vielseitig und individuell sehr unterschiedlich sind, habe ich hier eine kleine Checkliste für all jene Menschen zusammengestellt, die weiterkommen wollen.

Im Coaching geht es darum, bestimmte (Lebens)Ziele zu erreichen. Das können persönliche Ziele sein, oder auch materielle Ziele. Das können Ergebnisziele sein (WAS sie erreichen wollen) oder Prozessziele sein (WIE Sie etwas tun und erreichen und sich selbst dabei erleben wollen). Ziele fallen auf jeden Fall immer in die Bereiche: Haben, Tun und Sein.

Hier ist sie nun, die Checkliste, die Ihnen dabei hilft Ziele zu erreichen, statt nur darüber nachzudenken.

1. Kennen Sie Ihr Ziel?

a) Haben Sie Ihr Ziel formuliert?

b) Ist es klar, deutlich und in Gegenwartsform formuliert?
(hilft unserem Unbewussten ein klares Bild vom Ziel zu haben)

c) Ist es realistisch und passt das Erreichen Ihres Zieles in Ihr Lebensmodell?

2. Glauben Sie daran, dass Sie Ihr Ziel erreichen können?

a) Wirklich, glauben Sie daran Ihr Ziel erreichen zu können? Achten Sie auf die Reaktion in ihrem Körper.
Oftmals gibt es nämlich rational eine Antwort die „Ja“ lautet, aber unbewusst eine Reaktion, die Widerstand enthält. Deshalb die nächste Frage…

b) Gibt es irgendwelche Einwände, die gegen das Erreichen Ihres Zieles sprechen?
(z.B.: Wenn Sie glauben, Sie würden Ihre Freunde verlieren, wenn Sie jetzt beruflich erfolgreich werden, wird Ihr Unbewusstes Ihr Streben nach Erfolg in entscheidenden Momenten eventuell sabotieren.)

3. Haben Sie die richtige Strategie?

Egal wie motiviert, wie ausgerüstet und vorbereitet Sie sind, wenn Sie einen Sonnenaufgang sehen wollen und sagen: „Meine Strategie ist es Richtung Westen zu laufen!“ werden Sie Ihr Ziel nie erreichen. Also fragen Sie sich jetzt, wenn 1. und 2. geklärt sind:

a) Habe ich eine Strategie, die erwiesenermaßen zu Erfolg führt? Haben andere Menschen mit dieser Strategie Erfolg oder Mißerfolg?

b) Welche Strategien, Kompetenzen und Fähigkeiten brauche ich noch, um mein Ziel zu erlangen?

4. Haben Sie ein System, dass Sie unterstützt und bestärkt?

Kleine Ziele können schnell erreicht werden. Große Ziele benötigen verschiedene Schritte.

a) Kenne ich die Schritte zum Ziel? Habe ich diese Schritte in machbare Aufgaben eingeteilt?

b) Habe ich einen Plan, der mir hilft, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, während ich kleine Schritte mache?

c) Welche Menschen können mich dabei unterstützen meinen Weg zu gehen? Habe ich sie schon gebeten mir zu helfen?

d) Feedback: Wie stelle ich sicher, dass ich auf dem richtigen Weg bin?

Wenn Sie alle diese Dinge positiv beantwortet haben und weiterhin spüren, dass dieses Ziel für Sie das richtige Ergebnis ist, dann legen Sie los. Seien Sie ausdauernd, vergewissern Sie sich, dass Sie die notwendige Unterstützung haben und lassen Sie sich von Hindernissen und Schwierigkeiten nicht entmutigen. Nehmen Sie aufkommende Schwierigkeiten als Beweis dafür, dass Sie tatsächlich in Bewegung sind.

Diese Checkliste kann auf jede Art von Ziel (emotional, mental, materiell, körperlich) übertragen werden.

Danke, dass Sie den CoachingBerlinBlog lesen. Es ist ein Geschenk für uns und für Sie selbst. Wir freuen uns über Ihre Kommentare und Anregungen.

Weitere spannende Artikel, die für Sie, Ihr Selbstcoaching und Ihre Ziele interessant sein könnten sind:

Drei Schritte zum Glück (inklusive kostenlosem Video)

Handeln ohne Scheitern zu können (Wie würdest Du handeln, wenn Du wüsstest…)

Viel Freude beim Lesen und Anschauen. Ihr Andreas Förster

Die Kraft der Natur – Burnout und Stress vergessen

Menschen fragen mich oft, was die wirkungsvollste Methode ist,
gegen Stress und seine Folgen, z.B. Burnout vorzugehen.

Nun, hier ist ein wirklich einfacher Weg:

Gehen Sie sofort für ein paar Stunden raus in die Natur!

Wir sprechen oft von der Natur, als wäre sie etwas das außerhalb von uns Menschen liegt, fast etwas Lösgelöstes von uns. Was denken wir uns dabei?

Wir vergessen viel zu oft, dass wir selbst ein Teil dieser Natur sind.

Und als Teil dieser Natur unterliegen wir Menschen auch
den natürlichen Gesetzmäßigkeiten.

Wir brauchen Wachstum, Nahrung, Schlaf, saubere Luft zum Atmen und ein soziales Gefüge, das uns Anerkennung und Wertschätzung gibt und gesunde Rhythmen aus Anspannung und Entspannung.

Was passiert, wenn wir in die Natur „rausfahren“?

Die gute Nachricht ist: Sobald wir in die Natur „rauskommen“ kehren wir ein Stück weit zu uns selbst zurück. Für einen Moment werden Büro und Arbeitsplatz, der Chef und die To-Do-Liste einfach mal unwichtig. Das ist gut so.

Menschen, die von ihren Erlebnissen in der Natur berichten beschreiben oft wie „alles von mir abfällt“, wie sie innerlich zur Ruhe kommen und den Alltag schnell vergessen, wenn sie einen Spaziergang, eine Wanderung oder Radtour machen. Eine Art Heimkehr.

Ich kann diese Erfahrungen persönlich bestätigen. Als Coach empfehle ich Menschen oft, einfach mal alles zu vergessen und „raus“ zu gehen in die Natur.

In meiner Erfahrung, egal ob ich durch die Urwälder Sumatras oder durch das Himalaya wanderte, beim Spaziergang an der Ostsee oder im schneebedeckten Schwarzwald, selbst beim Spaziergang in den Berliner Parks, tut Natur immer gut. Und auch fallen uns Menschen die besten Ideen und Lösungen oft dann ein, wenn wir richtig entspannt sind.

Klar, wenn uns etwas „einfallen“ soll, brauchen wir einen Platz, wo es hineinfallen kann. Ein verstopfter Kopf hilft dabei nicht.

Sven, ein Kletterfreund aus Dresden, der Klettertouren im Elbsandsteingebirge führt, sagt mir: „Da draußen vergisst du alles. Du bist nur auf deinen nächsten Schritt fokussiert. Das tut richtig gut. Du kommst mit einem Glücksgefühl nach Hause, etwas erreicht zu haben.“

Die Zeit in der Natur, egal zu welcher Jahreszeit, bringt uns wieder zurück zu unserer Wurzel, zurück zu unserer Natur. da gibt es keinen Platz für Stress oder Burn-Out.

Gute Tipps: Einfach und günstig raus in die Natur – so leicht & gut wie nie

  1. Im Winterschlussverkauf gibts es die komplette Outdoorkleidung zu absoluten Tiefpreisen. So können Regen, Wind und Kälte ihnen den Ausflug nicht mehr verderben. (Ein Spaziergang im Nebel zum Beispiel hat etwas mystisches an sich)
  2. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man günstig schöne Ecken und Parks in jeder Großstadt.
  3. Webseiten im Internet beschreiben wo Parks und Naherholung zu finden sind, wie Sie dahin kommen und welche Kosten damit verbunden sind.
  4. Sie müssen nicht allein losziehen. Viele Webseiten bieten Wanderfreunden und Radfahrern Plattformen zum Ausstausch und zum gemeinsamen Verabreden. z.B.: http://www.coepenicker-wanderfreunde.de/
  5. Der Familie tut ein Tag im Freien gut. Lernen Sie mit Ihren Kindern die Naturpfade der Region kennen. Ernten Sie frische Kräuter und bereiten Sie ein köstliches selbstgepflücktes Mahl zu.
  6. Die Geräusche und Anblicke der Natur sind Balsam für die Großstadtseele und völlig kostenlos.
  7. Die Natur bringt Klarheit und Kraft zurück in unseren Körper und unseren Geist. Atmen Sie einfach mal wieder tief durch und teilen Sie wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit mit Menschen, die Ihnen am Herzen liegen.

Genießen Sie sich selbst dabei. Zeit in der Natur erhöht Ihre Lebensqualität und bringt Sie in den natürlichen Rhythmus zurück. Anders als mental vom Verkehr, Telefon und dem S-Bahnfahrplan getaktet zu werden, gibt Ihnen die Natur einen gleichmäßigen Fluss und Raum zur freien Entfaltung. Dann haben Stress und Burnout keine Chance mehr.

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Coaching Berlin Andreas Foerster Ihr Andreas Förster
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