Ein guter Gastgeber sein

Täglich besuchen uns viele Gedanken, manche sind freundlich und erfreuen uns, andere sind vielleicht düster oder traurig und sind uns unliebsam. Was nützt es jedoch, über unerfreuliche Gedanken zu schimpfen und sie los werden zu wollen? Je mehr man einen nervigen oder belastenden Gedanken nicht haben will, desto penetranter bleibt er meistens bestehen. Wir können unsere Gedanken nicht aus dem Kopf schmeißen, noch können wir sie einfach abstellen. Vielleicht sollten wir sie einfach mit Gelassenheit und Humor nehmen, wohlwissend, dass sie kommen und gehen, ohne dass wir dies beeinflussen könnten. Seien Sie ein guter und liebevoller Gastgeber, das ist das Beste, was Sie für Ihre Gedanken tun können. Der persische Mystiker Rumi beschreibt dieses Bild in wunderschönen Worten:

Das Gasthaus

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.
Freude, Depression und Niedertracht –
auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit
kommt als unverhoffter Besucher.
Begrüsse und bewirte sie alle!

Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam Dein Haus
seiner Möbel entledigt,
selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll.
Vielleicht reinigt er Dich ja
für neue Wonnen.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu Dir ein.
Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind zu Deiner Führung
geschickt worden aus einer anderen Welt.

Maulana Dschelaleddin Rumi (persischer Dichter)

Ihre Tanja Madsen vom Coaching Berlin Blog Team.

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