Die Krise existiert nur in unserem Kopf!

Bei persönlichen Krisen herrscht oft Land unter, wir werden überspült von der Heftigkeit einer Situation, z.B. wenn wir unseren Job verlieren, der Partner uns verlässt, wir einen nahen geliebten Menschen verlieren, wir eine schlimme Diagnose bekommen oder in einem Burnout stecken. Es gibt wohl hunderte Arten des Leidens, ihnen gemeinsam ist es, dass man als Betroffener oft lahmgelegt ist, keinen Zugang mehr zu seinen Ressourcen hat und einfach will, dass der Schmerz und die Verzweiflung aufhört. Was kann man in einer so ausweglos erscheinenden Situation machen? Manchmal ist die Situation so verschärft, dass professionelle, womöglich stationäre Hilfe, der letzte Rettungsanker ist. Diese Einsicht kann als persönliches Scheitern  erlebt werden. Krisen sind jedoch etwas, vor denen kaum ein Mensch verschont bleibt. Abschied nehmen und Verlust gehört zum Menschsein dazu und manchmal braucht es bei der Bewältigung mehr, als Freunde und Familie einem geben können.

Hilfreiche Strategien

Wie kommt es, dass Menschen so unterschiedlich auf schwere Schicksalsschläge reagieren? Psychologen machen unter anderem verschiedene  Copingstrategien dafür verantwortlich, auf die Menschen zugreifen.  Coping meint das Bewältigen von Herausforderungen und belastenden Situationen.  Stressexperten unterscheiden zwei Strategien, das aktives Coping, bei dem die Stressursache gemieden oder eliminiert wird. Das ist bei vielen Krisensituationen nicht möglich, denn man  hat den Job verloren oder ist verlassen worden und kann an der Situation nichts ändern. Hier hilft nur das internale Coping,  da die Situation an sich nicht beeinflusst oder verändert werden kann, arbeitet man an der inneren Einstellung und Bewertung der stressauslösenden Situation.

Wie kann das gehen?

Es ist möglich, seine Gedanken und Bewertungen zu beobachten und zu hinterfragen. Schreiben Sie alle stressauslösenden Gedanken zu einem belastenden Ereignis auf. Beispielsweise „Ich habe meinen Job verloren“. Fragen Sie sich dann: „Und das bedeutet….“ und listen sie alle Gedanken auf, die ihnen dazu einfallen:

  • Ich finde nie wieder eine Anstellung.
  • Ich habe versagt.
  • Die Welt ist ungerecht und unfair.
  • usw……

Oder „Mein Partner hat mich verlassen“. Fragen Sie sich: „Das schlimmste daran ist….“ und listen Sie wieder alle stressauslösenden Gedanken dazu auf:

  • Ich bin alleine.
  • Ich bleibe auf ewig Single.
  • Ich habe es verbockt.

Diese Gedanken sind das Rohmaterial, für eine Überprüfung der besonderen Art, The Work™ nach Byron Katie.

Nehmen wir den Gedanken „Ich habe versagt.“ Übrigens ein Gedanke, der uns allen wahrscheinlich vertraut ist und den jeder schon mal gedacht hat. Beantworten Sie folgende Fragen zu dem Gedanken „Ich habe versagt“:

  1. Ist es wahr? Ich habe versagt.
  2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass es wahr ist? Ich habe versagt.
  3. Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken denke? Ich habe versagt.
  4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken? Ich habe versagt.

Umkehrungen:

Lassen Sie uns jetzt mit dem Ursprungsgedanken spielen, indem wir ihn z.B. in sein Gegenteil verkehren:

Ich habe nicht versagt.

Gibt es Beispiele in ihrem Leben, die zeigen, dass Sie nicht versagt haben?

Man kann das Gegenteil noch verstärken und sogar sagen:

Ich habe es gut gemeistert.

Wie ist das wahr? Finden Sie wahre Beispiele aus Ihrem Leben, wo Sie etwas gut gemeistert haben.

The Work hat übrigens nicht das Ziel, den Schmerz weg zu machen oder auch nur zu lindern. Es geht um eine Untersuchung der eigenen Gedanken und Konzepte, die Schmerz und Panik auslösen. Häufig entsteht jedoch durch die Befragung eine Entspannung bis hin zu einem Gefühl von innerem Frieden.

The Work™ ist eine sehr kraftvolle internale Copingstrategie, die bei allen stressauslösenden Gedanken angewendet werden kann.  Byron Katie sagt, das schlimmste, was einem passieren kann ist ein nicht hinterfragter Gedanken. Wenn wir den Monstern in unserer Gedankenwelt mit Mitgefühl begegnen, entpuppen sie sich womöglich als Kuscheltiere.

Haben Sie Interesse, mehr über The Work™ zu erfahren?

Workshop Krise als Chance für ein neues Leben! Aus der Krise Kraft schöpfen

Mehr Infos zu der Methode  The Work™ nach Byron Katie bekommen Sie hier.

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Herzlichst, Ihre Tanja Madsen vom Coachingberlinblog-Team.

4 Antworten auf „Die Krise existiert nur in unserem Kopf!“

  1. Krisen sind Phasen der Transformation. Bestehende Muster und Strukturen lösen sich auf. Der Homöostase ist nicht mehr haltbar. Ein neues Gleichgewicht muss gefunden werden. Diesen Prozess begleiten oft Gedanken des Zweifels. Manchmal Gedanken der Selbstüberschätzung.
    Sich beide Seiten anzuschauen, kann sehr entspannen.

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