Die Gefahr immer geliebt werden zu wollen

Eines unserer fundamentalsten Bedürfnisse ist der Wunsch
von anderen Menschen geliebt, anerkannt und wertgeschätzt zu werden.

Dieses Bedürfniss schafft die Grundlage für gemeinschaftliches Verhalten,
tiefgehende Beziehungen und das Akzeptieren von gesellschaftlichen
Normen.

Aber Vorsicht!

Es können uns dadurch aber auch ernsthafte Probleme entstehen!
Es besteht die Gefahr, dass wir unser eigenes Leben völlig aus der
Hand geben, wenn es uns wichtig ist, von anderen immer und jederzeit
geliebt und akzeptiert zu werden. Dann tun wir vielleicht alles dafür
Konflikte mit anderen Menschen zu vermeiden, oder wir richten unser
Handeln nur noch danach aus, dass uns Menschen mögen.

Vielleicht kennen Sie dieses Phänomen jener Menschen, die sich
„immer für andere aufopfern“? Genau!
Es gibt Menschen, die ihren Mitmenschen dann sogar vorhalten,
dass sie sich immer für alle einsetzen, für andere da sind
und anderen Menschen helfen… und sich dann beschweren:
„Und mir hilft nie jemand!“ Kennen Sie das?

Diese Menschen kreieren sich eine „Märtyrer-“ oder „gönnerhafte Identität“, die es ihnen ermöglicht, sich immer mit dem Leben anderer auseinanderzusetzen, anstatt das eigene Leben anzunehmen und sich um sich selbst zu kümmern.

Sie sagen „Ja“ zu anderen und „Nein“ zu sich selbst!

Woran erkenne ich, dass das Bedürfniss geliebt zu werden, die Kontrolle über mein Denken und Handeln übernommen hat? Hier sind einige Anhaltspunkte:

  • Wenn uns auf einmal die öffentliche Meinung, das was andere über
    uns sagen, wichtiger ist, als unser wahres Selbst zu offenbaren
  • Wenn wir nicht mehr „Nein“ sagen können
  • Wenn ich mich immer von Außen sehe und mich frage, ob mein Verhalten
    anderen Menschen imponiert oder gefällt
  • Wenn ich mich für andere aufopfere, jedoch keine Zeit für mich selbst habe
  • Wenn ich die Liebe anderer mehr brauche, als meine eigene
  • Wenn andere Menschen mich zu meiden beginnen, weil ich immer nur
    über meine Hilfsbereitschaft/ Opferbereitschaft rede
  • Wenn ich das Gefühl habe, mein eigenses Leben ist nicht so wertvoll und
    wichtig, wie das anderer Menschen

Die Wahrheit ist, das aufopferndes Verhalten oft ein Signal dafür sein kann, dass
Menschen abhängig von der Bestätigung durch andere geworden sind.

Ich glaube, es war Byron Katie, die einmal in einem Buch schrieb:

„Wenn ich ein Gebet hätte, dann wäre es dies:
Lieber Gott, bewahre mich vor dem Verlangen nach Liebe,
Anerkennung oder Wertschätzung. Amen.


Wirkliche Freiheit heisst Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen,
auch wenn es keine Zustimmung bei anderen findet.

Hier sind ein paar wirksame Fragen, mit denen Sie sich von der Kontrolle durch das Bedürfnis geliebt werden zu wollen, wieder frei machen können:

  • Was würden Sie tun, wenn es nicht zu „verrückt“ wäre?
    (Schreiben sie mindestens 5 Dinge sofort auf)
  • Wie oft ziehen Sie sich selbst zurück, um ihre eigenen
    Pläne, Ideen und Hobbies zu leben?
  • Wie oft tun Sie Dinge, die sie gar nicht tun wollen, nur
    weil Sie nicht „Nein!“ gesagt haben?
  • Was ist das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, wenn
    Sie nicht mehr die Erwartungen anderer Erfüllen?
    (Familien, Kollegen, Freunde, Partner, etc)
  • Was tun Sie für sich selbst, um Ihren eigenen „Brunnen“ zu füllen,
    aus dem Sie für andere schöpfen?

Leben Sie Ihr Leben oder werden Sie gelebt?

Denken Sie daran: Ihre Lebenszeit ist kostbar. Und Sie sind es, der
entscheidet, was Sie damit tun.

Entscheiden Sie sich zuerst für sich. Dann haben Sie automation auch viel mehr,
das Sie der Welt zurückgeben können.

Andreas Förster
Trainer, Mediator und Coach
www.holistic-counselling.de

Eine Antwort auf „Die Gefahr immer geliebt werden zu wollen“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.