Mediation – Konflikte friedlich lösen

„Klopfe nicht an die Türe des Krieges, solange du über den Frieden verhandeln kannst.“ Sprichwort

Konflikte können überall auftauchen, sei es auf der Arbeit mit Kollegen, im Unternehmen mit Geschäftspartnern, im Wohnhaus mit den Nachbarn oder  bei der Scheidung vom Ehepartner. Wir können uns dann streiten, gegenseitig drohen, uns die Stimmung vermiesen lassen, uns aus dem Weg gehen oder vor Gericht ziehen. Und es gibt die Möglichkeit, konstruktiv eine Lösung zu finden: Die Mediation.

Die Ursachen für Konflikte sind vielfältig: wir nehmen die Wirklichkeit auf unsere individuelle Weise wahr und daraus resultiert eine unterschiedliche Wahrnehmung des Konflikts, der Ursachen und der „Schuldigkeit“. Manchmal kollidieren unterschiedliche Wertvorstellungen oder Interessen miteinander, wobei wir stillschweigend davon ausgehen, dass doch alle dieselben Werte haben müssten. So regt sich z.B. ein Mitarbeiter über einen Kollegen auf, der häufig zu spät kommt oder Termine kurzfristig verschiebt. Für ihn ist so ein Verhalten nicht akzeptabel, er fühlt sich nicht gewertschätzt und respektlos behandelt. Beim Kollegen steht hinter dem Verhalten womöglich keinerlei negative Absicht, hier und da mal 10 – 15 Minuten später zu kommen hat in seiner Wertehierarchie nichts mit Respektlosigkeit zu tun.  Und so wundert er sich über die gereizte Art und den aggressiven Ton bei seinem Kollegen. Oft tauschen wir uns mit den Konfliktpartner aber gar nicht über diese Ursachen aus und dann verhärten sich die Positionen mit der Zeit, bis man vielleicht gar nicht mehr die Beweggründe oder Gedanken des anderen verstehen will.

In so einer Situation kann eine Mediation helfen, hier hat jeder der Beteiligten die Möglichkeit, den Konflikt aus seiner Perspektive zu schildern. Aber nicht nur der Sachverhalt ist von Interesse, sondern auch die damit verbundenen Emotionen, Bedürfnisse und Verletzungen. So könnte der Mitarbeiter zu seinem Kollegen sagen, dass er die Unpünktlichkeit als respektlos empfindet und sich fragt, ob überhaupt ein Interesse an einer fruchtbaren Zusammenarbeit besteht. Dies erzeugt wieder mehr Offenheit und Verständnis für das Gegenüber. So könnte der Kollege erklären, dass seine Unpünktlichkeit nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun hat und er sich ebenfalls gefragt hat, ob überhaupt ein Interesse an einer guten Arbeitsbeziehung besteht, da der Kollege ihm durch seine Gereiztheit einen anderen Eindruck vermittelt habe. Ein überparteilicher Dritter, der Mediator, sorgt für die Struktur und moderiert den Prozess. Er unterstützt die Konfliktparteien darin, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden. Das Gute daran, es gibt am Ende keinen Schuldigen oder Verlierer sondern ein win-win Lösung für alle Beteiligten. Dies führt bei den Medianten zu einer größeren Zufriedenheit mit dem Ergebnis, als es das häufig mit dem juristisch gelösten Verfahren der Fall ist.

Mediation kann sowohl im privaten Bereich als auch im wirtschaftlichen Kontext zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten ein Interesse an einer gemeinsam erarbeiteten Lösung haben. Besonders geeignet ist das Verfahren, wenn die Konfliktparteien auch zukünftig weiter in Kontakt stehen und z.B. zusammen arbeiten müssen. Wie in unserem Beispiel, wo beide Kollegen durch eine Mediation die Chance haben, die Beweggründe des anderen besser zu verstehen und daraus einen neuen und bewußteren Umgang miteinander etablieren können. Das Ergebnis: weniger Reibungsverluste in der Zusammenarbeit und mehr Verständnis füreinander.

Mehr Information zum Thema und Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Mediator bietet z.B. der Bundesverband Mediation e.V.


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